Sprache für Migranten nach dem Nordischen Modell
Vor einigen Wochen veröffentlichte das Nordic Welfare Centre einen Bericht mit dem Titel "Politische Rahmenbedingungen für die Integration von Migranten in den nordischen Ländern 2025", einen umfassenden Vergleich, wie die nordischen Länder die Integration von Migranten gehandhabt haben und welche aktuellen Strategien sie verfolgen.
Hier gab es eine Fülle von Informationen darüber, wie jedes Land Sprachlernen und die Assimilation von Migranten angeht, ein Thema, das ich in den letzten Monaten aus vielen Blickwinkeln behandelt habe (hier, hier, hier) und bei dem ich erwarte, dass es so ziemlich überall verstärkte Aufmerksamkeit erfährt (lernt die Landessprache, Leute!).
Alle fünf nordischen Länder verlangen (oder schlagen vor) Sprachkenntnisse für die Staatsbürgerschaft, jedoch mit unterschiedlichen Schwellen und Durchsetzungsmechanismen. Einige Länder subventionieren unbegrenzte Sprachtrainingsstunden, während andere die Unterstützung begrenzen.
Dänemark: Streng
Während Sprachbildung für Geflüchtete grundsätzlich kostenlos ist, können "selbsttragende" Migranten (wie Arbeitsmigranten und Studierende) zu Beginn ihres Kurses eine Kaution hinterlegen müssen. Dieses Geld wird nur bei erfolgreichem Abschluss von Modulen und der Abschlussprüfung zurückerstattet.
Ab diesem Jahr unterliegen Geflüchtete und Familienangehörige, die Leistungen beziehen, einer 37-Stunden-Arbeitspflicht pro Woche. Dieser Zeitplan kombiniert Sprachkurse mit Praktika, lohnsubventionierten Jobs oder Gemeinschaftsarbeit.
Sprachbildung ist für Personen mit befristeten Aufenthaltserlaubnissen, die Leistungen beziehen, verpflichtend. Die Nichtteilnahme führt zu einer Kürzung der finanziellen Leistungen.
Norwegen: Ebenfalls streng
Arbeitsmigranten aus Drittländern (Nicht-EU/EWR), die für eine Daueraufenthaltsgenehmigung berechtigt sind, müssen 300 Stunden (!!) Sprachtraining absolvieren.
Letztes Jahr wurde ein nationales digitales norwegisches Trainingssystem eingeführt, um kommunale Kurse zu ergänzen und Gebieten mit Kapazitätsproblemen zu helfen.
Schweden: Freier Zugang mit Hürden
- Kommunen müssen Einwohnern ab 16 Jahren kostenlose schwedische Sprachkurse anbieten. Die Berechtigung erfordert jedoch in der Regel eine schwedische Personenidentifikationsnummer, was für Neuankömmlinge eine administrative Hürde sein kann.
Finnland: Zweisprachige Optionen und Arbeitgeberunterstützung
Einzigartig in Finnland können Integrationspläne darauf zugeschnitten werden, je nach Region und individuellen Bedürfnissen entweder Finnisch oder Schwedisch zu unterrichten.
Kostenloses Integrationstraining wird Geflüchteten, arbeitslosen Arbeitsuchenden und deren Familien angeboten. Erwerbstätige Arbeitsmigranten qualifizieren sich jedoch in der Regel nicht für kostenloses staatliches Training und müssen private Abendkurse finden, es sei denn, sie werden arbeitslos.
Wenn ein Einwanderer ohne triftigen Grund die Teilnahme an seinem vereinbarten Integrationsplan verweigert, können seine Arbeitslosen- oder Sozialhilfeleistungen gekürzt werden.
Island: Eigeninitiative
Anders als seine Nachbarn hat Island kein offizielles staatliches Integrationsprogramm für Neuankömmlinge.
Es gibt kein allgemeines Recht auf kostenlosen Sprachunterricht. Während Geflüchtete und Arbeitsuchende möglicherweise für zwei Kurse eine Erstattung erhalten, wird von den meisten anderen Migranten erwartet, dass sie ihre eigene Sprachbildung bezahlen.
Der Staat beauftragte die Arbeitsdirektion mit der Erstellung von "Landneminn", einem 50-stündigen Gemeinschaftsbildungskurs, aber es handelt sich dabei hauptsächlich um ein selbstgesteuertes Online-Tool und nicht um ein klassenraumbasiertes Programm.
Für erwerbstätige Migranten, die ihre eigenen Kurse bezahlen müssen, bieten Gewerkschaften oft Erstattungen der Kursgebühren an.