Deutschlands Chancenkarte für indische Fachkräfte

Deutschlands Chancenkarte (Chancenkarte) ermöglicht Nicht-EU-Arbeitskräften die Einreise ohne Jobangebot und die Arbeitssuche für bis zu ein Jahr. Sie wurde im Juni 2024 im Rahmen der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes eingeführt, und indische Staatsangehörige waren von Anfang an die größte Bewerbergruppe. Rund 31 % aller zwischen Juni und Oktober 2024 ausgestellten Chancenkarten gingen an Inder.

Warum Deutschland anwirbt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert, dass Deutschland bis 2035 7 Millionen Fachkräfte benötigen wird, um Renteneintritte und den demografischen Rückgang auszugleichen. Die Arbeitskräftelücke ist bereits im Gesundheitswesen, in der IT, im Ingenieurwesen und im Handwerk sichtbar.

Deutschland und Indien unterzeichneten 2022 ein Migrations- und Mobilitätspartnerschaftsabkommen, das die Visumsbearbeitung für indische Antragsteller vereinfachte. Die Ergebnisse kamen schnell: Die Bearbeitungszeiten für Visa indischer Fachkräfte sanken von 9 Monaten auf teilweise nur 2 Wochen. Ende 2024 erhöhte Deutschland sein jährliches Kontingent für Fachkräftevisa für indische Staatsbürger von 20.000 auf 90.000. Die Zahl der in Deutschland arbeitenden indischen Fachkräfte wuchs von 23.000 im Jahr 2015 auf 137.000 Anfang 2024.

Berechtigung

Es gibt zwei Zugangswege.

Direkter Weg: Ihr Hochschulabschluss oder Ihre Berufsqualifikation ist in Deutschland vollständig anerkannt. Sie können finanzielle Eigenständigkeit nachweisen. Sie sind dabei.

Punkteweg: Wenn Ihre Qualifikation nicht vollständig anerkannt ist, benötigen Sie mindestens 6 Punkte auf einer Skala, die Punkte vergibt für:

  • Berufliche Qualifikation (bis zu 4 Punkte)
  • Berufserfahrung: 5+ Jahre im Fachgebiet (3 Punkte), 2-5 Jahre (2 Punkte)
  • Deutschkenntnisse: B2 (3 Punkte), B1 (2 Punkte), A2 (1 Punkt)
  • Englischkenntnisse: C1 (1 Punkt)
  • Alter: unter 35 (2 Punkte), 35-40 (1 Punkt)
  • Vorheriger Aufenthalt in Deutschland (1 Punkt)
  • Bindungen an Deutschland, etwa ein in Deutschland lebender Ehepartner oder Partner (1 Punkt)

Beide Wege erfordern A1-Deutsch oder B2-Englisch als Mindestsprachqualifikation.

Finanzielle Anforderungen

Sie benötigen 13.092 EUR pro Jahr auf einem Sperrkonto, oder einen bestätigten Arbeitsvertrag über mindestens 20 Stunden pro Woche bei einem deutschen Arbeitgeber. Deutschlands Mindestlohn beträgt 2026 13,90 EUR/Stunde, sodass ein 20-Stunden/Woche-Vertrag die finanzielle Anforderung allein erfüllt.

Was Sie mit der Karte tun können

Die Chancenkarte erlaubt Teilzeitarbeit bis zu 20 Stunden pro Woche und Probearbeit von bis zu zwei Wochen pro Arbeitgeber. Die Absicht ist, dass Sie in Teilzeit arbeiten, um sich zu finanzieren, während Sie eine Vollzeitstelle suchen, die Ihren Qualifikationen entspricht.

Sobald Sie eine qualifizierende Beschäftigung finden, wechseln Sie zu einer regulären Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit. Die Chancenkarte selbst ist ein Jahr gültig, mit einer möglichen 2-Jahres-Verlängerung, wenn Sie nachweisen können, dass Sie in Teilzeit beschäftigt sind und aktiv suchen.

Antragstellung

Die Visagebühr beträgt 75 EUR, nicht erstattungsfähig. Beantragen Sie sie bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat in Ihrem Land. Die Bearbeitung dauert 3 bis 5 Monate ab der Deutschen Botschaft in Neu-Delhi, obwohl das bilaterale Abkommen die Wartezeiten für indische Antragsteller deutlich verkürzt hat.

Deutschland bietet auch ein Online-Antragsportal für die Chancenkarte an, obwohl persönliche Termine für biometrische Daten weiterhin erforderlich sind.

tl;dr

Deutschlands Chancenkarte ermöglicht Fachkräften die Einreise ohne Jobangebot für ein Jahr. Indische Staatsangehörige sind die größte Bewerbergruppe (31 % der ausgestellten Karten). Anforderungen: anerkannte Qualifikation oder 6+ Punkte, A1-Deutsch oder B2-Englisch, 13.092 EUR auf einem Sperrkonto. Das Visum kostet 75 EUR. Deutschland erhöhte sein Kontingent für indische Fachkräftevisa Ende 2024 von 20.000 auf 90.000.

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