Gemeinschaft aufbauen als Remote-Arbeitender

Sie sind mit einem Laptop und einer stabilen Internetverbindung ins Ausland gezogen. Dienstag Abend um 19 Uhr klappt der Laptop zu und Sie kennen niemanden im Umkreis von 500 Kilometern.

Die InterNations Expat Insider-Umfrage stellt regelmäßig fest, dass Sozialleben und die Leichtigkeit, Freundschaften zu schließen, zu den größten Schmerzpunkten für Menschen im Ausland gehören. Remote-Arbeitende trifft es besonders hart, weil ihnen die automatische soziale Struktur eines lokalen Büros fehlt.

Coworking-Spaces

Beim Coworking geht es weniger um den Schreibtisch als um die Menschen an den anderen Schreibtischen. Forschung der Harvard Business Review ergab, dass Arbeitende in Coworking-Spaces eine höhere zwischenmenschliche Zufriedenheit berichten als diejenigen, die von zu Hause oder in einem traditionellen Büro arbeiten.

Die guten Spaces veranstalten Community-Events: Freitagabend-Drinks, Mittagsvorträge, Skill-Shares, Wochenendwanderungen. Probieren Sie mindestens zwei oder drei, bevor Sie sich für eine monatliche Mitgliedschaft entscheiden. Die Atmosphäre variiert enorm. Manche sind im Grunde stille Bibliotheken. Andere haben echte soziale Energie. Sie wollen die zweite Variante.

Sprachtandems

Diese funktionieren aus zwei Gründen. Erstens üben Sie die Landessprache. Zweitens treffen Sie Einheimische, die ebenfalls etwas lernen wollen, was Sie auf Augenhöhe bringt.

Apps wie Tandem und HelloTalk vermitteln Gesprächspartner. Persönliche Sprachtandem-Treffen (oft über Meetup.com oder Facebook-Gruppen) sind noch besser, weil sie in Bars, Cafes und Parks stattfinden. Regelmäßige Teilnahme schafft Vertrautheit, und Vertrautheit schafft Freundschaften.

Sport- und Hobbygruppen

Treten Sie in Ihrer ersten Woche etwas Sportlichem bei. Laufgruppen, Klettergyms, Fußballligen, Yoga-Kurse, Radfahrgruppen. Die Aktivität selbst ist weniger wichtig als die Regelmäßigkeit. Sie brauchen etwas, das wöchentlich stattfindet und bei dem dieselben Leute auftauchen.

Sport hat einen besonderen Vorteil: Er erfordert keine Sprachperfektion. Sie können einem Freizeitfußballspiel mit B1-Niveau beitreten und sich problemlos verständigen. Die gemeinsame Aktivität schafft sozialen Kontext, den Gespräche allein nicht bieten.

Dasselbe gilt für nicht-sportliche Hobbys. Spieleabende, Buchclubs, Fotospaziergänge, Kochkurse. Alles mit einem regelmäßigen Zeitplan und einer wiederkehrenden Gruppe.

Ehrenamtliches Engagement

Ehrenamtliches Engagement bringt Sie in Kontakt mit Einheimischen, denen ihre Gemeinschaft am Herzen liegt, was tendenziell freundliche, engagierte Menschen selektiert. Tafeln, Tierheime, Park-Aufräumaktionen, Mentoring-Programme. In Deutschland gibt es vostel.de. In Frankreich France Benevolat. Im Vereinigten Königreich Do-it.

Nomaden-Community und lokale Integration

Expat-Freunde verstehen Ihre Erfahrung. Sie kennen den Visum-Stress, die kulturelle Verwirrung, die Mischung aus Freiheit und Einsamkeit. Diese Freundschaften bilden sich schnell durch den gemeinsamen Kontext.

Lokale Freunde geben Ihnen Wurzeln. Sie laden Sie zu Familienessen ein, bringen Ihnen Umgangssprache bei, erklären, warum Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren. Diese Freundschaften brauchen länger, aber sie sind es, die einen Ort zur Heimat machen.

Wenn Sie ein Nomade sind, der für 2-3 Monate durchreist, reicht die Expat-Community vielleicht aus. Wenn Sie ein sesshafter Remote-Arbeitender sind, der plant, jahrelang zu bleiben, brauchen Sie lokale Freunde. Setzen Sie sich ein Ziel: eine Nicht-Expat-Freundschaft innerhalb Ihrer ersten 3 Monate. Die könnte durch Sprachtandems, ein Hobby, Ehrenamt oder die Schule Ihrer Kinder entstehen.

Erste Woche

Fangen Sie am ersten Tag an. Nicht "wenn ich mich eingelebt habe". Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, weil sich Isolation aufbaut. In Ihrer ersten Woche treten Sie einer Aktivität bei. Ein Coworking-Tagespass, eine Laufgruppe, ein Sprachtandem-Treffen.