Digitale-Nomaden-Visa im Vergleich: Kosten, Einkommen und Aufenthaltsdauer
Über 50 Länder bieten inzwischen eine Form von Digitale-Nomaden-Visum an. Anforderungen, Kosten und Laufzeiten unterscheiden sich so stark, dass ein Vergleich echte Arbeit erfordert.
Einkommensgrenzen
Fast jedes Digitale-Nomaden-Visum verlangt den Nachweis eines monatlichen Mindesteinkommens von einem ausländischen Arbeitgeber oder freiberuflichen Kunden.
Am unteren Ende verlangt Kolumbien etwa das 3-fache des lokalen Mindestlohns, ungefähr 1.100 Dollar pro Monat. Georgien verlangt für sein Programm „Remotely from Georgia" keinen Einkommensnachweis, allerdings benötigt man eine Krankenversicherung. Mexikos Aufenthaltsgenehmigung hat keine eigene Kategorie für digitale Nomaden, aber Remote-Arbeiter können sich mit etwa 2.500 Dollar pro Monat qualifizieren.
Am oberen Ende verlangt Dubais Virtual Working Programme 5.000 Dollar pro Monat. Bermudas Work-from-Bermuda-Zertifikat setzt 100.000 Dollar pro Jahr voraus.
Die meisten europäischen Nomaden-Visa liegen im Bereich von 2.000 bis 3.500 Dollar pro Monat. Portugals D8 verlangt etwa das 4-fache des portugiesischen Mindestlohns (ca. 3.500 Dollar/Monat in 2025). Spaniens Digitale-Nomaden-Visum unter dem Ley de Startups verlangt das 2-fache des spanischen Mindestlohns, etwa 2.500 Dollar/Monat. Kroatien verlangt etwa 2.700 Dollar/Monat.
Dauer und Verlängerung
Ein Jahr, nicht verlängerbar. Barbados (Welcome Stamp), Bermuda, Anguilla.
Ein Jahr, verlängerbar. Portugal (D8), Estland (Digital Nomad Visa), Griechenland, Kroatien. Portugal ist am interessantesten, weil das D8 in Portugals Aufenthaltsweg mündet.
Zwei Jahre. Spanien (verlängerbar auf insgesamt bis zu 5 Jahre), Costa Rica, Thailand (LTR-Visum für bestimmte Kategorien).
Unbefristet/flexibel. Georgien (1 Jahr, unbegrenzt verlängerbar), Mexiko (Aufenthaltsgenehmigung, verlängerbar bis zu 4 Jahre, danach berechtigt für Daueraufenthalt).
Weitere Kosten
Visumantragsgebühren sind gering. Portugal erhebt etwa 90 EUR, Spanien etwa 80 EUR, Estland 100 EUR.
- Krankenversicherung. Von fast jedem Programm gefordert. Rechnen Sie mit 100 bis 300 Dollar/Monat für eine solide internationale Absicherung.
- Übersetzungen und Apostillen. Wenn Ihre Dokumente nicht in der Landessprache sind, brauchen Sie beglaubigte Übersetzungen. Kalkulieren Sie 50 bis 150 Dollar pro Dokument.
- Steuerliche Auswirkungen. Einige Länder betrachten Sie als steuerlich ansässig, wenn Sie sich länger als 183 Tage dort aufhalten. Portugal, Spanien und Kroatien haben diese Regel. Georgien bietet eine pauschale 1% Steuer auf ausländisches Einkommen für Remote-Arbeiter. Lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten, bevor Sie sich festlegen.
- Konsulatstermine. Einige Länder verlangen, dass Sie den Antrag aus Ihrem Heimatland stellen. Andere erlauben eine Antragstellung vor Ort. Wenn Sie ein Konsulat aufsuchen müssen, berücksichtigen Sie Reisekosten, falls das nächste Konsulat nur per Flug erreichbar ist.
Aufenthaltswege
Wenn Sie ein Nomaden-Visum möchten, das irgendwann zur Daueraufenthaltserlaubnis führen kann, sind Ihre besten Optionen 2025/2026:
- Portugal. D8 zur befristeten Aufenthaltserlaubnis zur Daueraufenthaltserlaubnis nach 5 Jahren
- Spanien. Digitale-Nomaden-Visum zur Aufenthaltserlaubnis nach 5 Jahren ununterbrochenen legalen Aufenthalts
- Mexiko. Befristete Aufenthaltsgenehmigung zur Daueraufenthaltsgenehmigung nach 4 Jahren
- Kolumbien. Inhaber des Digitale-Nomaden-Visums können zum Migrantenvisum wechseln, dann Aufenthaltserlaubnis nach 5 Jahren
Die meisten karibischen und Inselprogramme bieten keinen Weg zur Daueraufenthaltserlaubnis. Sie sind auf befristete Aufenthalte und die damit verbundenen Steuereinnahmen ausgelegt.
Die vollständige Checkliste für die Recherche vor der Wahl eines Nomaden-Ziels finden Sie in Ihrem Aktionsplan für digitale Nomaden auf LottaLingo.