Bankkonto im Ausland eröffnen
Das Leben wird einfacher, wenn du ein lokales Bankkonto in deinem neuen Land hast. Viele Vermieter verlangen eins für die Miete. Arbeitgeber brauchen eins für die Gehaltsabrechnung. Versorgungsunternehmen richten ohne eins keinen Dauerauftrag ein. Die Kontoeröffnung ist eines der ersten Dinge, die du nach der Ankunft erledigen solltest.
Was du brauchst
Die Anforderungen variieren je nach Land, aber die wesentlichen sind überall ähnlich:
- Reisepass
- Adressnachweis (Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung oder amtliches Anmeldedokument)
- Aufenthaltserlaubnis oder Visum
- Steueridentifikationsnummer (manche Länder vergeben diese bei der Anmeldung, andere erfordern einen separaten Antrag)
Der wahnsinnig nervige Teufelskreis, in den fast jeder Expat gerät: Du brauchst einen Adressnachweis, um ein Bankkonto zu eröffnen, aber du brauchst ein Bankkonto, um einen Mietvertrag zu unterschreiben. Manche Länder lösen das besser als andere.
EU: Du hast ein Recht auf ein Konto
Die Richtlinie 2014/92/EU garantiert jedem EU-Einwohner das Recht auf ein Basiszahlungskonto. Banken dürfen dich nicht allein deshalb ablehnen, weil du nicht in dem Land wohnst, in dem sie ihren Sitz haben. Basiskonten umfassen Bargeldabhebungen, Lastschriften, Überweisungen und eine Zahlungskarte.
In Frankreich geht die Banque de France noch weiter. Wenn eine Bank dich ablehnt, bestimmt die Banque de France eine, die dich aufnehmen muss. Das gilt für jeden mit Wohnsitz in Frankreich, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
Deutschlands offizielles Expat-Portal Make-it-in-Germany erklärt den Prozess verständlich. Du brauchst deinen Reisepass, deine Aufenthaltserlaubnis und die Meldebescheinigung. Digitalbanken wie N26 sind bei Visa-Status in der Regel flexibler als traditionelle Banken.
Vereinigtes Königreich
Das Vereinigte Königreich verlangt von Banken, Einwanderungsstatusprüfungen gemäß dem Immigration Act 2016 durchzuführen. Wenn du eine gültige Aufenthaltserlaubnis hast, kannst du ein Konto eröffnen. Manche Banken sind für Neuankömmlinge einfacher als andere. Monzo und Starling haben in der Regel ein unkomplizierteres Onboarding als die großen Filialbanken.
Übergangskonten für den ersten Tag
Du wirst ankommen, bevor dein lokales Konto eröffnet ist. Plane dafür.
Wise (früher TransferWise) ermöglicht es dir, 40+ Währungen zu halten, und gibt dir lokale Kontodaten in über 10 Ländern. Du kannst Geld empfangen, als hättest du ein lokales Konto, was die Übergangszeit überbrückt. Revolut bietet ähnliche Multi-Währungsfunktionen mit 36 Währungen und Ausgaben in über 150 Ländern.
Ich habe N26 genutzt, als ich in Frankreich war, und es hat fantastisch funktioniert.
Auch wenn Onlinebanken das unmittelbare Überweisungsproblem lösen, reichen sie möglicherweise nicht für Gehaltseingang, Miete usw. Prüfe das nochmal.
Für Amerikaner: FATCA und FBAR
US-Bürger, die im Ausland leben, haben Meldepflichten, die das Banking verkomplizieren. FATCA verlangt die Meldung ausländischer Finanzanlagen auf Form 8938 mit der Steuererklärung. Für im Ausland lebende Expats liegen die Schwellenwerte bei $200.000 zum Jahresende oder $300.000 zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr (Einzelperson), und $400.000/$600.000 bei verheiratet, gemeinsamer Veranlagung. Gesondert davon verlangt FBAR die Meldung aller ausländischen Konten, wenn der Gesamtwert zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr $10.000 übersteigt. Das wird elektronisch über das FinCEN BSA-System eingereicht, fällig am 15. April mit automatischer Verlängerung bis 15. Oktober.
Die FATCA-Compliance ist für Banken ein riesiger Aufwand. Es kann passieren, dass Banken in deinem neuen Land dir die Kontoeröffnung verweigern, sobald sie erfahren, dass du US-Bürger bist. Das ist im Allgemeinen legal und kommt nicht selten vor. Wenn das passiert, versuch es bei einer größeren internationalen Bank oder einer der oben genannten Digitalbanken.
Was du vor der Abreise tun solltest
- Ein Wise/Revolut/N26-Konto eröffnen und aufladen
- Deine Hausbank informieren, dass du ins Ausland ziehst (damit sie deine Karte nicht wegen "verdächtiger" internationaler Aktivität sperrt)
- Physische Kopien deines Reisepasses, Visums und aller Adressdokumente mitnehmen
- Recherchieren, welche Banken in deinem Zielland als expat-freundlich bekannt sind