Neue Studie untersucht Forschung zu generativer KI beim Sprachenlernen

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat einen Überblick über 2 Jahre GenAI-Studien zum Sprachenlernen und -lehren erstellt. Wirklich interessantes Material. Einige wichtige Erkenntnisse für mich:

  1. Ein großer Trend in der Literatur scheint der Übergang von existenziellen Fragen, ob KI verboten werden sollte, zu praktischen Implementierungsstrategien zu sein. Akademische Integrität war Anfang 2023 ein Hauptanliegen, während sich Studien 2024 stark darauf konzentrierten, wie KI effektiv eingesetzt werden kann.
  2. Forschung zeigt, dass die Interaktion mit KI-Tools die Fremdsprachenangst erheblich reduzieren kann. Durch die Bereitstellung eines wertungsfreien Raums zum Üben und sofortigem Feedback steigert GenAI die Selbstwirksamkeit und Motivation der Lernenden und fungiert eher als Begleiter denn als bloßes Werkzeug.
  3. Aktuelle Forschung legt ein spezifisches Kollaborationsmodell nahe: KI ist am besten für mechanisches Feedback (Grammatik, Vokabelkorrektur) und sofortige Verfügbarkeit geeignet, während menschliche Lehrer bei sozialen Elementen, der Aufrechterhaltung langfristigen Interesses und der Bereitstellung nuancierter, komplexerer Kritik überlegen sind. Lies: Mensch in der Schleife.
  4. 42,4% der einbezogenen Forschung konzentrieren sich auf Schreibfähigkeiten, aber es gibt zunehmende Belege dafür, dass Chatbots für das Sprechüben effektiv sind, insbesondere zur Reduzierung der Angst vor mündlicher Kommunikation. Es bestehen deutliche Lücken in der Forschung zu Hör- und Lesefähigkeiten, was darauf hindeutet, dass Nutzer den unmittelbarsten Nutzen bei der Schreibunterstützung finden könnten, während mündliche Interaktionstools noch reifen.
  5. Erstaunliche 86,1% der empirischen Studien konzentrieren sich auf das Englischlernen, mit sehr geringer Vertretung anderer Sprachen oder Kontexte aus dem Globalen Süden. Dies schafft eine "anglophone Voreingenommenheit", bei der die Wirksamkeit dieser Tools für das Erlernen von Sprachen wie Spanisch, Französisch oder weniger häufig unterrichteten Sprachen weitgehend unbestätigt bleibt. Angesichts der wirtschaftlichen Anreize nicht überraschend, aber dennoch etwas, worauf man achten sollte.

Persönlich nutze ich ChatGPT für unkritische spanische Vokabel-/Grammatikwiederholungen und es hat Wunder gewirkt. Das gibt viel Zeit während der 1:1-Sitzungen mit Lehrern frei, um sich auf komplexere Konzepte, Akzentfeintuning, Redewendungen usw. zu konzentrieren.