US-Nationale Sicherheitsstrategie: Perspektive Globale Mobilität
Ich habe viele Meinungen zur Nationalen Sicherheitsstrategie 2025 gesehen, die Anfang dieser Woche erschienen ist. Ich habe heute Morgen den größten Teil davon gelesen und werde sie aus der Perspektive globaler Mobilität betrachten. Mein Gesamteindruck ist, dass dies eine Regierung mit einer tiefen Abneigung gegen Globalismus ist, und sie hat keine Bedenken, dies auszudrücken. Das Papier hebt nicht nur illegale Einwanderung hervor, sondern greift grundsätzlich die Philosophie des Transnationalismus an.
Hier sind zwei Punkte, die mir aufgefallen sind:
#1: Das Ende des Narrativs vom "globalen Talent"
Seit Jahrzehnten lautet das Standard-Einwanderungsprinzip (angeführt von den USA): "Wenn du Verdienste/Fähigkeiten hast, die wir brauchen, bist du willkommen." Das hat zu einem harten Wettbewerb um die Ärzte, Ingenieure und Kernphysiker der Welt geführt.
Ein Abschnitt über Kompetenz stellt dieses Prinzip in Frage:
"...wir können nicht zulassen, dass Meritokratie als Rechtfertigung benutzt wird, um Amerikas Arbeitsmarkt für die Welt zu öffnen, mit der Begründung, 'globale Talente' zu finden, die amerikanische Arbeiter unterbieten."
Meritokratie wird hier nicht als Weg für globale Mobilität (der amerikanische Traum) dargestellt, sondern als Falle, um Einheimische zu verdrängen. Ich schrieb über die abnehmende positive Einstellung gegenüber internationalen Studierenden, und ich denke, diese beiden Entwicklungen gehen Hand in Hand. Das Papier sagt zwar, dass "...Kompetenz und Verdienst zu unseren größten zivilisatorischen Vorteilen gehören", aber dass diese bei Amerikanern gefunden werden sollten und nicht im Ausland.
MINT-Felder, historisch sichere Häfen für globale Mobilität, wurden seit vielen Jahren als besonders anfällig für ausländische Einmischung bezeichnet, und dieses Dokument unterstreicht sie als noch wichtigere Sektoren, um aus dem Inland zu rekrutieren.
#2: Die Doktrin der "Immobilität"
Das Dokument nennt "kulturelle Subversion" neben Spionage und Menschenhandel als eine Form "feindlichen ausländischen Einflusses", vor dem das Land geschützt werden muss. Es argumentiert, dass "Transnationalismus...versucht, die individuelle staatliche Souveränität aufzulösen." Anders ausgedrückt: Je mehr Ausländer hereinkommen, desto weniger amerikanisch sind wir.
Um den Migrationsstrom einzudämmen, prägen die Autoren eine "Trump-Folgerung" zur ursprünglichen Monroe-Doktrin. Anstatt fremde Mächte aus der Hemisphäre fernzuhalten, ist das Ziel dieser Regierung, Menschen in ihren eigenen Ländern zu halten.
Die Strategie strebt an, lateinamerikanische Regierungen als Eindämmungszonen zu "rekrutieren". Kriterien für einen guten Verbündeten umfassen nun Handel, gemeinsame Werte und ihre Fähigkeit, "Massenmigration in die USA zu verhindern und davon abzuhalten." Migration ist kein zu steuernder Fluss, sondern eine kulturell subversive Kraft, die abgewehrt werden muss.
Das Dokument verwendet Sprache, die in Interviews, Artikeln, sogar TikTok-Kommentaren zu finden ist, die von dieser Stimmung überflutet werden: Europa sollte als Warnung für die USA dienen, leidend unter "zivilisatorischer Auslöschung" als Ergebnis offener Türpolitik dort.
Meine Meinung
Diese Strategie spiegelt Jahre schwelenden Anti-Globalismus wider, der nun explizit in einem offiziellen Dokument formuliert ist. Ich sehe es als Beschleunigungspunkt der Innenpolitik, wo Mobilität als Risikovektor statt als Quelle nationalen Vorteils behandelt wird.
Trotz der erklärten Ziele der Regierung glaube ich jedoch nicht, dass diese Strategie den internationalen Mobilitätsmarkt mittel- bis langfristig bedeutsam verlangsamen wird. Der Arbeitskräftemangel vertieft sich und der globale Wettbewerb um Talente beschleunigt sich, was in direktem Konflikt mit den Säulen dieses Dokuments steht.
Wir werden wahrscheinlich anhaltende Rückgänge der OECD-Migrationszahlen in den nächsten 2-3 Jahren sehen, wenn die aktuellen Politiken fortbestehen, aber dies ist eine vorübergehende Verlangsamung und kein Zusammenbruch des globalen Mobilitätsmarktes. Andere Nationen bleiben begierig, Talente anzuziehen. Länder wie China und Neuseeland kalibrieren aktiv Einwanderungs- und Visawege, um qualifizierte Arbeitskräfte und Absolventen zu gewinnen, was dasselbe Niveau an Dienstleistungen im gesamten Mobilitäts-Ökosystem erfordert.
Während also die US-Strategie einen Rückzug vom Transnationalismus als Quelle des Wettbewerbsvorteils signalisiert, wird sich der Mobilitätsmarkt mittelfristig einfach anpassen und neue Wege finden.