Einwanderung und Wohnungspreise (Fallstudie Kanada)
Ich habe über ein kürzliches Paper zu Wohnungspreisen in Dänemark berichtet, das behauptete, Wohnungspreise steigen im Durchschnitt um 11%, wenn die Einwandererbevölkerung um 1% zunimmt. Ich sah dieselbe 11%-Zahl heute in einem Paper, das diesen Sommer von zwei Regierungsbehörden Kanadas veröffentlicht wurde und den Einwandererzustrom mit einem Anstieg der Wohnungspreise und Mieten verknüpft.
Obwohl die Autoren beider Studien ausdrücklich davor gewarnt haben, dass die Haupterkenntnis nicht "Einwanderer sind der Grund, warum du dir kein Haus leisten kannst" sein sollte, haben Anti-Einwanderungs-Politiker genau diesen Gesprächspunkt bereits in ganz Europa und Amerika aufgegriffen. Es trifft sowohl wirtschaftliche Unsicherheit als auch Wohneigentum, daher prognostiziere ich leider, dass Studien wie diese noch eine ganze Weile politisch instrumentalisiert werden.
Hier sind meine wichtigsten Erkenntnisse:
- Regionale Wirtschaftsbedingungen zählen mehr als reine Einwanderungszahlen
- 2006-2011: Starke positive Korrelation zwischen Einwanderung und Preisen
- 2011-2016: Negative Korrelation (Einwanderer gingen nach Saskatchewan/Alberta, wo die Preise stabil blieben, während Toronto/Vancouver massive Preissprünge mit weniger Einwanderern erlebten)
- 2016-2021: Wieder starke positive Korrelation, als sich Einwanderer in Süd-Ontario konzentrierten
- Größe zählt: Der Effekt konzentrierte sich auf Großstädte
- Kleine Gemeinden (unter 10.000): Im Wesentlichen kein statistisch signifikanter Effekt
- Städte über 100.000: Viel stärkere Korrelation (wo sich 82% der Einwanderer tatsächlich niederlassen)
- Der Einfluss ist in großen urbanen Zentren 4-5x größer als die nationalen Durchschnitte vermuten lassen