Die Optik-Falle: Neuseeland führt Investorenvisum ein, beendet Unternehmervisum

Letzte Woche hat das Einwanderungsamt Neuseelands das Investorenvisum angekündigt, einen Schnellweg zur dauerhaften Aufenthaltserlaubnis, wobei eine entsprechende Investition von 1 Mio. NZD (~587K USD) oder 2 Mio. NZD (~1,17 Mio. USD) einen 3-Jahres- bzw. 1-Jahres-Schnellweg ermöglicht.

Ich denke, das ist ein großartiges Beispiel für die Optik-Falle, die so ziemlich jede OECD-Regierung in den nächsten 10 Jahren plagen wird.

Auf der einen Seite hat Neuseeland, wie viele andere entwickelte Nationen, einen Arbeitskräftemangel. Es steht vor einem demografischen Zusammenbruch, oder wie ein Autor es ausdrückte, einer Aushöhlung der Mitte der Arbeitskräfte, da jüngere und zunehmend auch ältere Menschen zu grüneren Weiden aufbrechen.

Um dies abzumildern, werden Regierungen Anreizprogramme schaffen, um "vorzeigbare Einwanderer" anzulocken. Das sind hochverdienende, oft "kulturell angepasste" Ausländer. Um die Vorzeigbarkeit zu gewährleisten, werden hohe Standards gesetzt, wie das 5-Mio.-Dollar-Golden-Visa in den Staaten oder dieses 2-Mio.-NZD-Investorenvisum hier in NZ. Dass die Zahl der Menschen weltweit, die dieses Programm anspricht, winzig ist, ist ein völlig separates Thema.

Das eigentliche Problem ist, dass Neuseeland keine vermögenden Privatpersonen braucht, sondern eine massive Mittelschicht. Zehntausende von Farm- und Molkereiarbeitern, Bankangestellten und Altenpflegern, um genau zu sein. Im Ausland geborene Einwanderer, die bereit und willens sind, diese Art von Jobs zu machen, sind überraschenderweise nicht hochverdienend -- noch sind sie kulturell angepasst.

Jetzt haben wir also die Optik-Falle. Regierungen werden Policies wie diese verkaufen, um Bevölkerungsmangel zu adressieren, wissend, dass wenn sie im Ausland geborene Arbeitnehmer importieren, die die Gesellschaft tatsächlich braucht, es Massenproteste und Unruhen geben wird: siehe Japan und das Vereinigte Königreich diese Woche. Genau diese Policies werden jedoch nicht die tatsächlichen demografischen Probleme lösen, was zu immer schlimmerem wirtschaftlichem Niedergang und Stagnation führt.

Viel Glück, OECD-Einwanderungsminister... ihr werdet es brauchen!