Migration Policy Institute: Forscher kämpfen darum, Politik zu beeinflussen

Wenn du mitverfolgt hast, wirst du bemerken, dass ich hier viele Forschungspapiere zum Thema menschliche Migration und alles, was damit zusammenhängt, zitiere: Sprache, Wohnen, Politik usw.

Gestern veröffentlichte das MPI ein Paper basierend auf Umfrageergebnissen von 1.800 Migrationsforschern aus 100 Ländern. Die Schlussfolgerung ist, dass das Feld weitgehend glaubt, dass seine Arbeit hinter seinem politischen Potenzial zurückbleibt, also dass es Regierungen nicht wirklich hilft, humanere, evidenzbasierte, effektive Politiken zu schaffen. Das Paper nennt 3 Hauptgründe:

Fragmentierung über Disziplinen und Geografien hinweg

Migration ist ein inhärent interdisziplinäres Thema. Ein Netz struktureller Dynamiken (wie Krieg, Klimawandel oder einfach menschliche Psychologie) verursachen Migration, die dann entsprechende soziale, wirtschaftliche oder politische Konsequenzen für sowohl die Herkunfts- als auch die Zielländer haben. Das bedeutet, ein Migrationsforscher könnte ausgebildeter Anthropologe, Klimawissenschaftler oder Soziologe sein und muss mit anderen zusammenarbeiten, um ein vollständiges Bild zu präsentieren. Dies wird durch institutionelle Faktoren erschwert, die isolierte oder abteilungsinterne Arbeit belohnen.

Ungleicher Zugang zu zuverlässigen Daten

Dieser Punkt hat mich nicht überzeugt, da jeder mit diesem Problem kämpft. Die Autoren schlagen eine globale, unabhängige, kuratierte, frei zugängliche Plattform für menschliche Migration vor, definieren aber dann nicht wirklich, wie das aussehen würde. Existiert so etwas in irgendeinem Feld? Vielleicht in den Umweltwissenschaften, aber die müssen sich nicht mit den Gesetzen und Anreizen rund um Datensouveränität, Datenschutz usw. auseinandersetzen. Wo Menschen Gegenstand der Studie sind, stelle ich mir vor, dass ein global einheitlicher Datensatz schwer zu bekommen sein wird. Allerdings denke ich, dass mit Fortschritten bei Anonymisierungstechniken etwas wie ein PANGAEA für Migration mittelfristig möglich sein könnte.

Strukturelle Ungleichheiten darin, wessen Stimmen repräsentiert werden

Ein interessanter Grund, den ich nicht so sehr bedacht hatte. Um die Aussage der Autoren hier umzuformulieren: Ich denke, Politik wird jetzt von den Zielländern diktiert. Die Mehrheit der Forschung, Finanzierung und Macht konzentriert sich in Europa und Amerika und konzentriert sich daher wahrscheinlich auf Themen wie Wohnungskrisen, soziologische Spaltungen, religiöse Konflikte usw. Forscher in den Herkunftsländern haben wahrscheinlich ein vollständigeres Verständnis der lokalen Migrationstreiber und können das Denken der Politikgestalter im globalen Norden besser erweitern und differenzieren.